Betr.: Ihre krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten
Sehr geehrte(r) ...
durch das zwischen Ihnen und uns bestehende Arbeitsverhältnis sind Rechte und Pflichten dahingehend begründet worden, dass Sie regelmäßig, vollständig, pünktlich und vertragsgerecht Ihre Arbeitsleistung erbringen und wir Ihnen den dafür vereinbarten Lohn bezahlen.
Häufig sind bei Ihnen jedoch in der Vergangenheit krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitszeiten zu verzeichnen gewesen, die wir Ihnen für die letzen drei Jahre wie folgt noch einmal in Erinnerung rufen:
- im Jahr ... ... Arbeitsunfähigkeitstage
- im Jahr ... ... Arbeitsunfähigkeitstage
- im Jahr ... ... Arbeitsunfähigkeitstage
In dieser Zeit mussten wir (bis heute), ohne eine Arbeitsleistung von Ihnen erhalten zu haben, folgende Entgeltfortzahlungsbeträge für Sie aufwenden:
- im Jahr ... ... €
- im Jahr ... ... €
- im Jahr ... ... €
Hinzuzurechnen sind jeweils 85 % Lohnnebenkosten (z.B. Urlaub, Urlaubsvergütung, Weihnachtsgeld, Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen etc.), so dass sich eine Gesamtsumme in den letzten drei Jahren (bis heute) in Höhe von
... €
ergibt.
Durch Ihre krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten haben sich bei uns erhebliche negative betriebliche Auswirkungen gezeigt, die uns für die Zukunft nicht mehr zumutbar sind. Als solche benennen wir Ihnen.
- Produktionsausfall,
- Erschwernis durch Personal-Umdispositionen,
- Mitarbeiter-Verärgerung und Betriebsfriedensstörungen durch
erhöhte Überstunden und die Notwendigkeit durch Arbeits-
Kollegen die anfallende Arbeit verrichten zu lassen,
- erhöhter Überstundenanteil mit zusätzlicher Zuschlagsbe-
zahlung,
- Lieferverzögerungen,
- Beschäftigung von Aushilfskräften, die zunächst angelernt
werden mussten und keinen vollen Ersatz darstellten,
- usw.
Besonders Ihre häufigen kurzen krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten stellen uns in der Organisation der Produktion, der Personaleinteilung und der Einhaltung von Terminen immer wieder vor neue Schwierigkeiten. Aufgrund der gesamten Umstände und unserer Erfahrung mit Ihren krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten werden wir mit weiteren Fehlzeiten bei Ihnen rechnen müssen (negative Zukunftsprognose). Die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses mit Ihnen ist uns deshalb nicht mehr zumutbar.
Wir wollen Ihnen jedoch Gelegenheit geben, uns konkrete Gesichtspunkte zu benennen und durch ärztliche Bescheinigung zu untermauern, aus denen wir entnehmen können, dass unsere negative Zukunftsprognose falsch ist und wir in Zukunft - entgegen unserer Erwartung - damit rechnen können, dass bei Ihnen keine nennenswerten krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten mehr zu erwarten sind, Sie vielmehr in Zukunft regelmäßig Ihre arbeitsvertraglich geschuldete Leistung für uns erbringen können.
Wenn Sie Ihren Arzt schriftlich von der Schweigepflicht uns gegenüber entbinden, wollen wir uns auch gerne mit Ihrem Arzt selber in Verbindung setzen und die entsprechenden Auskünfte einholen. Da wir annehmen, dass Sie eine sehr schwache gesundheitliche Konstitution haben und zusätzlich an einem oder mehreren Grundleiden erkrankt sind, wodurch Ihre bisherigen krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeitszeiten bedingt sein dürften, bitten wir auch höflich darum, dass die ärztliche Bescheinigung sich konkret mit unserer diesbezüglichen Annahme befasst und diese ggf. entkräftet. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Sicher werden Sie für unsere Bitten Verständnis haben, denn so wie Sie von uns Vertragstreue hinsichtlich der regelmäßigen Entgeltzahlung verlangen, müssen wir auch von Ihnen regelmäßige Arbeitsleistung erwarten; ist diese aber nicht gewährleistet, ist uns ein Festhalten am Arbeitsvertrag nicht mehr zumutbar.
Die Gesamtproblematik möchten wir mit Ihnen am ..., ... Uhr im Büro des/der ... besprechen und laden Sie zusammen mit der/dem Betriebsratsvorsitzenden zu diesem Termin ein; hier können wir auch erörtern, ob und ggf. in welcher Weise unter Umständen auch betriebliche Ursachen für Ihre Arbeitsunfähigkeitszeiten maßgebend sind, und wie Sie und wir ggf. Abhilfe leisten können.
Sollten Sie unser Gesprächsangebot nicht wahrnehmen und auch Ihren Arzt nicht von seiner Schweigepflicht entbinden, werden wir hier prüfen, inwieweit wir Ihnen während der Krankheit weiterhin Lohn zahlen können. Sie müssen außerdem damit rechnen, dem medizinischen Dienst Ihrer Krankenkasse vorgestellt zu werden.
Auf Dauer müssen Sie mit einer krankheitsbedingten Kündigung rechnen.
Wir wünschen Ihnen auch in unserem Interesse, dass Sie bald wieder völlig und auf Dauer gesund sind.
Mit freundlichen Grüßen
(Geschäftsleitung)